Merry Kissmas by Nadia

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Story notes:

Widmung: Die Story ist Nina ( lj user bingbulette ) gewidmet, da ich ihr diese Story zum ersten SGA Wichteln (http://www.livejournal.com/community/sga_wichteln ) geschrieben habe. :)
John stemmte die Hände in die Hüfte. „Das ist doch lächerlich! Wie kann er heute arbeiten wollen, anstatt hier mit uns Weihnachten zu feiern?“ Der Major sah Dr. Weir mit zusammengezogenen Brauen an.

„Sie wissen doch, wie Rodney ist, John.“

Das wollte John Sheppard auf keinen Fall auf sich beruhen lassen. Alle waren hier. Beckett, Zelenka, Ford, Teyla und ein Teil ihrer Verwandtschaft, die extra vom Festland nach Atlantis gekommen war. Einfach alle, die auf Atlantis lebten, waren da, um zu feiern. Nur Rodney fehlte.

„Befehlen Sie ihm doch herzukommen“, schlug John vor, immer noch die Hände in den Hüften, das Gewicht von einer Seite zur anderen verlagernd.

„Das habe ich bereits versucht, John“, sagte Elizabeth Weir sanft. „Er ist so stur wie er brillant ist.“

„Pah!“, spie John aus und winkte Weirs Bemerkung ab. „Das werden wir ja sehen.“ Damit drehte er sich auf dem Absatz um und eilte zum Labor, wo er Rodney vermutete. Es brauchte gut zwei Minuten, bis er den Komplex durchquert und Rodneys Arbeitsplatz erreicht hatte. Und tatsächlich, Rodney McKay saß vor einem Laptop und gab höchst konzentriert Daten ein. Was genau, konnte Sheppard aus dieser Entfernung nicht erkennen, aber es interessierte ihn auch nicht wirklich.

„Rodney!“, rief Sheppard absichtlich etwas zu laut und der Wissenschaftler zuckte vor dem Laptop zusammen. „Wo bleiben Sie denn?“ Er ging direkt auf McKay zu.

Dieser seufzte genervt. „Ich habe Elizabeth bereits erklärt, dass ich Weihnachten nicht feiere. Ich bin Buddhist.“

Sheppard brach auf der Stelle in Gelächter aus und hielt sich am Schreibtisch des Wissenschaftlers fest, als er drohte das Gleichgewicht aufgrund von Sauerstoffmangel zu verlieren. „Das hat Liz Ihnen doch bestimmt nicht geglaubt.“

„Hat sie, also würden Sie bitte gehen und mich meine Arbeit machen lassen?“ Rodney blieb unberührt von Johns Lachanfall und widmete seine Aufmerksamkeit prompt wieder dem Computer vor sich.

Sheppard setzte sich so dicht neben den Laptop, dass er ihn fast berührte und nahm McKay auf diese Weise jegliche Bewegungsfreiheit an dem sensiblen Gerät.

„Würden Sie freundlicherweise Ihren Hintern heben und zu den Anderen zurückgehen? Ich komme nicht mit.“

„Rodney“, setzte John an, doch er kam nicht dazu auszusprechen.

„Haben Sie vergessen sich nach dem Duschen heute Morgen die Ohren zu putzen? Ich KOMME NICHT mit!“

„Ich bleibe hier sitzen, bis Sie sich dazu aufraffen wenigstens für eine Stunde mitzukommen.“ Sheppard verschränkte die muskulösen Arme vor der Brust.

Er sah, dass Rodney die Kiefer aufeinander presste, um seiner Wut nicht ungewollt Luft zu machen. Er wollte tatsächlich nicht mitkommen, aber John war nicht bereit schon aufzugeben.

„Nur eine Stunde“, wiederholte Sheppard. „Das werden Sie doch überleben.“

„Sie sturer Bastard!“

„Schon mal in den Spiegel geschaut? Sie sind kein Stück besser.“

Voller Zorn klappte Rodney das sonst so empfindliche Gerät, das nun den ruppigen Umgang überstehen musste, zu. Der Wissenschaftler stand derart ruckartig auf, dass sein Drehstuhl davon rollte. Beide Männer standen sich Auge in Auge gegenüber.

„Ich wusste, dass ich Sie würde überreden können“, meinte Sheppard süffisant.

„Das tue ich nur, damit ich danach weiter arbeiten kann und zwar in ABSOLUTER RUHE!“

„Natürlich“, pflichtete Sheppard zustimmend gespielt bei und musste sich ein triumphierendes Grinsen verkneifen.

Beide Männer gingen wortlos nebeneinander her zurück in den Speisesaal, wo der festlich geschmückte Baum und sämtliche Atlanter versammelt waren. Nun, vielleicht nicht sämtliche, aber doch sehr viele. Als Sheppard den Raum verlassen hatte, war er bereits überfüllt gewesen.

McKay knirschte mit den Zähnen, als sie im Speisesaal ankamen und er die Massen von Leuten sah. Viele von ihnen kannte er – zumindest vom sehen – aber der Großteil war ihm vollkommen fremd. Er fragte sich, woher diese Leute plötzlich alle gekommen waren. Hatten sie schon immer auf Atlantis gelebt? Na ja, zumindest genauso lange wie alle, die von der Erde hierher gereist waren. Er wusste es beim besten Willen nicht.

„Dr. Weir, ist es nicht Brauch bei Ihnen, dass man sich küsst, wenn man unterm Mistelzweig steht?“ Teyla deutete auf die Pflanze, die über dem Eingang zum Speisesaal angebracht war und lächelte vielsagend, denn beide Männer standen direkt darunter.

McKays Gesicht wurde zunächst aschfahl und dann schoss ihm plötzlich das Blut in die Wangen und er lief rot an. Sheppard grinste nur dümmlich vor sich hin, hielt das Ganze für einen Scherz.

„Sie haben Recht, Teyla. Also…“, damit wandte sie sich wieder den beiden Männern zu.

Diese sahen sich vollkommen überrumpelt an und schüttelten schließlich einvernehmlich die Köpfe.

„Kommt gar nicht in Frage!“, brachte McKay schließlich zustande.

„Genau, das läuft nicht.“ Wenigstens waren sie sich in dieser Hinsicht einig.

„Es ist Brauch“, sagte Weir ernst. „Und wir sollten hier, so fernab unserer Heimat an unseren Bräuchen festhalten. Und ein einziger Kuss wird Sie beide wohl kaum umbringen.“

Sheppard verdrehte die Augen. Niemand erwartete von ihnen einen Zungenkuss. Und einen auf die Lippen würde ihn vermutlich wirklich nicht umbringen.

Rodney trat nervös von einem Bein aufs andere und wagte es kaum zu atmen. Er wusste, dass er nur Blödsinn von sich geben würde. Das tat er immer, wenn er nervös war wie jetzt. Eigentlich besonders dann!

Wieder trafen sich ihre Blicke. Und noch während Rodneys Unsicherheit in seinen Augen stand, erkannte er bei dem anderen Mann eine seltsam vertraute Entschlossenheit. Er nahm sich fest vor, es nicht über sich ergehen zu lassen, doch sein Körper wollte seinem Geist absolut nicht gehorchen. Und noch ehe es sich Rodney versah, fühlte er die Lippen des anderen Mannes auf den eigenen. Und es fühlte sich überhaupt nicht so furchtbar an, wie er es erwartet hatte. Im Gegenteil, es gefiel ihm. Er begann sogar den Kuss zu erwidern. Erst zaghaft, dann aber inniger. Rodney zog John näher zu sich, bis sich ihre beiden Körper berührten und spaltete die Lippen des anderen Mannes mit der Zunge, so sehr brannte das Verlangen ihn zu schmecken plötzlich in ihm.

Zunächst versuchte John sich zu verweigern, doch als Rodney nicht nachgab, ließ er den Kuss vollends zu, erwiderte ihn schließlich sogar. Und nach einer Zeit, die keinem von beiden sehr lange erschien, hörten sie Gelächter und Jubeln und einige Leute zogen scharf die Luft ein, um ihre Überraschung zu verbergen. Doch John ignorierte die Menge, legte seine rechte Hand hinter Rodneys Kopf, um den anderen Mann sanft, aber bestimmt zu halten.

Schließlich lösten sich die beiden Männer einvernehmlich voneinander und sahen sich fragend und auch ein wenig verblüfft an. Und als sie sich umschauten, bemerkten sie, dass alle anderen offenbar eifrig damit beschäftigt waren, sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Sie hatten den Spieß umgedreht. Was ihnen zuerst peinlich war, wurde letztlich für alle anderen auf gewisse Weise unangenehm. Und als sie dies feststellten, grinsten sich die beiden Männer zufrieden an.

Sie wussten nicht, wohin dieser Kuss sie bringen würde, aber sie beide wussten, dass er etwas entscheidend verändert hatte. Inwiefern, nun, das würden sie im Lauf der Zeit herausfinden.

Den Kuss vorerst ignorierend gingen Rodney und John zu der kleinen Gruppe ihrer Freunde hinüber, um schließlich das zu tun, weshalb sie hergekommen waren – sie feierten gemeinsam das Weihnachtsfest.


~fin




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